Author Archives: Eva

Auf da Leitn in Bramberg am Wildkogel – 18,5 cm Stil.

Ob der Gugelhupf die exakte Höhe und Durchmesser von 18,5 cm hat, habe ich nicht nachgemessen. Zutrauen würde ich es dem edlen Spender aber, denn hier waren Perfektionisten am Werk. Also nicht beim Backen, obwohl der Kuchen perfekt aussieht und auch so schmeckt, sondern beim Bauen. Das smarte Architekturbüro Feuersinger kreierte nämlich ein Ensemble von zehn Ferienhäusern – perfekt inszeniert an einem Berghang in Bramberg am Wildkogel im reizenden Pinzgau – ausgerichtet an einem Raster von 18,5 cm. Wand- und Deckenvertäfelung,

Zwischen Melancholie und Staunen: Texel im Spätsommer.

Wo die Sandberge ins Wasser fallen, singt die Feldlerche. Dünen und Heide, Watt und Wasser gehen ineinander über. Vom Deich reicht der Blick über Priele und Salzwiesen, zur wilden Nordsee am Horizont. Die Melodie des Meeres im Ohr geht es auf Trampelpfaden in eine wundersame Welt. Einsam und schaurig-schön. Wenn Strandflieder und Strandaster in den Sommermonaten blühen, färben sie „De Slufter“ rosa und lila. Im Herbst überzieht Queller das Gebiet mit einer roten Glut. Jetzt, Mitte September sind wir irgendwo

La Gomera pfeift uns was! Ökotourismus auf der kleinen Kanareninsel.

„Du musst deine Finger krümmen, in den Mund stecken, die Zunge mit der Fingerkuppe runterdrücken und dann pusten“, demonstriert uns Òscar. Dann zwitschert er auch schon los. Was an das Getriller von Kanarienvögel erinnert, ist eine der wohl seltsamsten Sprachen der Welt. El Silbo heißt die Pfeifsprache auf La Gomera. Damit verständigen sich die Einheimischen über Täler und Schluchten hinweg – steht der Wind günstig, ist das Gepfeife bis zu acht Kilometer weit zu hören – und seit 1999 ist

Hotel Phum Baitang Siem Reap – Das magische grüne Dorf.

  Cyclos, Baguette und ein paar hübsche Häuser – die Hinterlassenschaften der französischen Kolonialherren findet man auch heutzutage noch in Kambodscha vor. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts war das kleine südostasiatische Land zunächst ein Protektorat Frankreichs gegen seine aufdringlichen Nachbarn Siam, das heutige Thailand und Vietnam. Nach und nach weiten die Franzosen ihren Einfluss aus und Kambodscha wurde eine Kolonie Frankreichs, bis es in den 50er Jahren in die Unabhängigkeit entlassen wurde. Vor vier Jahren kam wieder ein Franzose nach

Quartier Lodge Garmisch – Eine Heimat in den Bergen

  „Die Fremde ist herrlich, solange es eine Heimat gibt, die wartet. – Erika Mann Heimat ist eine merkwürdige Sache, mehr ein vages Gefühl. Man hat sie, ohne sie wahrzunehmen. Erst wenn man länger von ihr getrennt lebt, merkt man, wie verbunden man ihr ist. Ganz plötzlich besinnt man sich ihrer und denkt bisweilen wehmütig an die Gegend, in der man wortlos verstanden wird. Wo man nur „Servus“ zu sagen braucht, „Servus“ als Antwort bekommt und damit alles gesagt ist.

Jordanien mit Kind – Wenn der „Travel Bug“ zubeißt.

Die Augen aufgerissen, der Mund staunend. Weltvergessen lauscht sie den Erzählungen Hammouds: Wie er als Kind mit seiner Familie in einer Höhle lebte, sich nachts rausschlich, um nach seinem Esel zu sehen. Wie bedeutend er sich fühlte, weil er mit 10 Jahren bereits zum Familieneinkommen beitrug, wenn er tagsüber die Touristen durch Petra reiten ließ. 10 Jahre, so alt wie ich jetzt, mag sie vielleicht denken. „Damals war die Welt oberhalb Jordaniens noch in Ordnung“, erzählt Hammoud. Die Touristen kamen

Masseria Prosperi – Luxus Bauernhof und stilvollster Streichelzoo Apuliens

Auf Reisen verhält es sich häufig sowie mit Forrest Gump´s berühmten Pralinenschachtel-Zitat: Man weiß nie, was man bekommt. Und hast-du-nicht-gesehen entpuppt sich ein vermeintliches Highlight als Griff ins Klo. Mit einer Portion Reiseerfahrung kann man dem gegensteuern und wenn man weiß, wo man nach Juwelen schürfen muss (siehe z. B. hier). Eine smarte Unterkunft ist schon die halbe Miete. Freilich bin auch ich trotzdem nicht vor Pannen gefeit. Irgendwas läuft doch immer schief. Letztes Jahr Pfingsten in Apulien jedoch habe

Hotel Hubertus Alpin Lodge & Spa – Auszeit in Bayerisch Sibirien

Mit dem Winter ist das so eine Sache hier an der Nordsee. Er ist das schwarze Schaf der Jahreszeiten Familie, der Loser. Und ein launiger Geselle dazu. Bequem auch. Einer, der es sich ab November auf seinem Stuhl gemütlich macht und richtig Sitzfleisch beweist. Er ist ein trister, unangenehmer Besucher, einer der außer allerhand Wolkenformationen in Grau, Grau und Grau, Wind, Sturm und Regen nicht viel mehr im Gepäck hat. Er geht mir gehörig auf den Keks und schlägt mir

Ameland im Winter: Eine Nordseeinsel im Wettstreit der Elemente

Warum brüllst du so, Meer? Hier ist keiner, der dich hört. Willst du dich vom Himmel abgrenzen, weil eure Farben ineinander ins Fahle verlaufen? Heul doch nicht so Wind! Hier ist keiner, der dich trösten wird. Es gibt auch keinen Grund zur Traurigkeit. Manche lauschen euch beiden noch: Die Vögel, die Dagebliebenen, mit dem Winter im Gefieder. Dank deines Auftriebs, Wind, durch die Lüfte schwebend. Die Seefahrer, die Fischer, die beharrlich ihre Boote durch die Meeresströmung pflügen. Genau zuhörend und

Portugal, Algarve: fünf Minuten Fernweh und die Folgen.

Portugal Algarve Praia verde

Dieses Gefühl ist so unkalkulierbar wie ein Seebeben, so unberechenbar wie die Wurzel aus zwei. Unterschwellig ist es immer da, häufig bricht es aus dem Nichts hervor und ich werde von dieser Sehnsucht gepackt. Es weist nichts Spezielles im Vorfeld darauf hin, dass dieser Moment kommen wird. Oft ist es nur ein Windhauch, der den Duft einer Erinnerung heranträgt. Oder das Zwitschern eines Vogels, das mein Ohr streift. Bisweilen ist es einfach der Anblick des traurigen Olivenbaums auf meiner Terrasse,

« Older Entries