Author Archives: Eva

La Gomera pfeift uns was! Ökotourismus auf der kleinen Kanareninsel.

„Du musst deine Finger krümmen, in den Mund stecken, die Zunge mit der Fingerkuppe runterdrücken und dann pusten“, demonstriert uns Òscar. Dann zwitschert er auch schon los. Was an das Getriller von Kanarienvögel erinnert, ist eine der wohl seltsamsten Sprachen der Welt. El Silbo heißt die Pfeifsprache auf La Gomera. Damit verständigen sich die Einheimischen über Täler und Schluchten hinweg – steht der Wind günstig, ist das Gepfeife bis zu acht Kilometer weit zu hören – und seit 1999 ist

Hotel Phum Baitang Siem Reap – Das magische grüne Dorf.

  Cyclos, Baguette und ein paar hübsche Häuser – die Hinterlassenschaften der französischen Kolonialherren findet man auch heutzutage noch in Kambodscha vor. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts war das kleine südostasiatische Land zunächst ein Protektorat Frankreichs gegen seine aufdringlichen Nachbarn Siam, das heutige Thailand und Vietnam. Nach und nach weiten die Franzosen ihren Einfluss aus und Kambodscha wurde eine Kolonie Frankreichs, bis es in den 50er Jahren in die Unabhängigkeit entlassen wurde. Vor vier Jahren kam wieder ein Franzose nach

Quartier Lodge Garmisch – Eine Heimat in den Bergen

  „Die Fremde ist herrlich, solange es eine Heimat gibt, die wartet. – Erika Mann Heimat ist eine merkwürdige Sache, mehr ein vages Gefühl. Man hat sie, ohne sie wahrzunehmen. Erst wenn man länger von ihr getrennt lebt, merkt man, wie verbunden man ihr ist. Ganz plötzlich besinnt man sich ihrer und denkt bisweilen wehmütig an die Gegend, in der man wortlos verstanden wird. Wo man nur „Servus“ zu sagen braucht, „Servus“ als Antwort bekommt und damit alles gesagt ist.

Jordanien mit Kind – Wenn der „Travel Bug“ zubeißt.

Die Augen aufgerissen, der Mund staunend. Weltvergessen lauscht sie den Erzählungen Hammouds: Wie er als Kind mit seiner Familie in einer Höhle lebte, sich nachts rausschlich, um nach seinem Esel zu sehen. Wie bedeutend er sich fühlte, weil er mit 10 Jahren bereits zum Familieneinkommen beitrug, wenn er tagsüber die Touristen durch Petra reiten ließ. 10 Jahre, so alt wie ich jetzt, mag sie vielleicht denken. „Damals war die Welt oberhalb Jordaniens noch in Ordnung“, erzählt Hammoud. Die Touristen kamen

Masseria Prosperi – Luxus Bauernhof und stilvollster Streichelzoo Apuliens

Auf Reisen verhält es sich häufig sowie mit Forrest Gump´s berühmten Pralinenschachtel-Zitat: Man weiß nie, was man bekommt. Und hast-du-nicht-gesehen entpuppt sich ein vermeintliches Highlight als Griff ins Klo. Mit einer Portion Reiseerfahrung kann man dem gegensteuern und wenn man weiß, wo man nach Juwelen schürfen muss (siehe z. B. hier). Eine smarte Unterkunft ist schon die halbe Miete. Freilich bin auch ich trotzdem nicht vor Pannen gefeit. Irgendwas läuft doch immer schief. Letztes Jahr Pfingsten in Apulien jedoch habe

Hotel Hubertus Alpin Lodge & Spa – Auszeit in Bayerisch Sibirien

Mit dem Winter ist das so eine Sache hier an der Nordsee. Er ist das schwarze Schaf der Jahreszeiten Familie, der Loser. Und ein launiger Geselle dazu. Bequem auch. Einer, der es sich ab November auf seinem Stuhl gemütlich macht und richtig Sitzfleisch beweist. Er ist ein trister, unangenehmer Besucher, einer der außer allerhand Wolkenformationen in Grau, Grau und Grau, Wind, Sturm und Regen nicht viel mehr im Gepäck hat. Er geht mir gehörig auf den Keks und schlägt mir

Ameland im Winter: Eine Nordseeinsel im Wettstreit der Elemente

Warum brüllst du so, Meer? Hier ist keiner, der dich hört. Willst du dich vom Himmel abgrenzen, weil eure Farben ineinander ins Fahle verlaufen? Heul doch nicht so Wind! Hier ist keiner, der dich trösten wird. Es gibt auch keinen Grund zur Traurigkeit. Manche lauschen euch beiden noch: Die Vögel, die Dagebliebenen, mit dem Winter im Gefieder. Dank deines Auftriebs, Wind, durch die Lüfte schwebend. Die Seefahrer, die Fischer, die beharrlich ihre Boote durch die Meeresströmung pflügen. Genau zuhörend und

Portugal, Algarve: fünf Minuten Fernweh und die Folgen.

Portugal Algarve Praia verde

Dieses Gefühl ist so unkalkulierbar wie ein Seebeben, so unberechenbar wie die Wurzel aus zwei. Unterschwellig ist es immer da, häufig bricht es aus dem Nichts hervor und ich werde von dieser Sehnsucht gepackt. Es weist nichts Spezielles im Vorfeld darauf hin, dass dieser Moment kommen wird. Oft ist es nur ein Windhauch, der den Duft einer Erinnerung heranträgt. Oder das Zwitschern eines Vogels, das mein Ohr streift. Bisweilen ist es einfach der Anblick des traurigen Olivenbaums auf meiner Terrasse,

Gebrauchsanweisung für Hongkong Edition 04-2017

Herzlichen Glückwunsch, Sie haben Hongkong 04/2017 erworben oder zeigen tiefer gehendes Interesse an der neusten Ausgabe von Hongkong  – ein Stück Verrücktheit und Einzigartigkeit. Ein pulsierendes, sich ständig veränderndes Produkt, dessen Faszination man sich kaum entziehen kann und dessen Komplexität sich Beschreibungsversuchen entzieht. Hong Kong birgt die gesamte Welt gebündelt in sich. Auf engsten Raum. Es ist intensiv und steckt voll unendlicher Möglichkeiten, die es zu entdecken gilt. Vielen Dank, dass Sie sich für Hong Kong 2017 entschieden haben. Wir

Ötztal Sölden – Fünf-Stufenplan für glückliche Sommerurlauber oder, wie man Bayern an der Nase herumführt.

Söldens Tourismusminister lacht sich ins Fäustchen. Einen perfiden Plan hat er en détail ausgearbeitet. Kein Piefke wird Verdacht schöpfen. Die Engländer, die neuerdings ins Tal strömen, sind generell leicht mit Alpenromantik zu betören. Die Holländer, diese Kaasköpf, kommen ohnehin und jauchzen schon beim Anblick eines Maulwurfshügels. Aber diese überkritischen bayerischen Nachbarn, diese Ourtdoorfreaks, die nun auch in den Sommermonaten anrollen, was macht man mit denen? Das wird zugegebenermaßen schwieriger. Berge kennen sie, wandern tun sie, biken tun sie, urige Hüttenromantik

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