Author Archives: Eva

Athen in drei Akten (und konkreten Reisetipps)

  1. Akt – Athen chaotisch Szene 1 Wir schreiben das Jahr 1989. Zwei sechzehnjährige Fräuleins, ganz grün hinter den Ohren, brechen zu ihrer ersten Rucksackreise auf. Inselhopping auf den Kykladen. Aeroflott bringt sie turbulent, mit ausgeprägtem russischem Charme ans Ziel und garantiert einen „gelungenen“ Einstieg in die Welt des Fliegens. Die Mädchen stranden in Athen – ohne Rucksack, Zelt, Schlafsack, Camping Ausrüstung. Missmutige Flughafenmitarbeiter geloben Abhilfe.   Szene 2 Nach vergeblichen Telefonaten, Warten und einer unbequemen Nacht an Athens

Zypern – Als Schutzgöttin dem Meer entgegen

Auf den Schock genehmige ich mir am Strand von Polis ein Schokoriegel-Engergy-Drink-Menü. Wer mich kennt, weiß das sind meine Laster und Belohnungsmechanismen. In dieser Situation macht Letzterer meine Knie jedoch nur noch wackliger. Ich bräuchte vermutlich Hochprozentiges. Unter diesen Umständen tun es aber auch die entspannten Reggae Rhythmen, die aus der Beach Bar zu mir herüberwehen. Eine Schutzgöttin zu sein ist wahrlich kein Kinderspiel. Augen auf bei der Berufswahl! Mein unfreiwilliges Schnupperpraktikum von heute Morgen wühlt mich noch lange auf

Oman – Mit dem Allradwagen durch ein modernes Märchenland

Großartig! Du bist aus Interesse am Oman hier gelandet und weißt vermutlich das Land geographisch einzuordnen? Dann hast Du einem Großteil der Deutschen etwas voraus oder gehörst sogar zu einer recht illustren Runde, die eine genauere Vorstellung von diesem überraschenden und vielfältigen arabischen Land haben. Obwohl längst in der Moderne angekommen und dem Tourismus gegenüber aufgeschlossen, ist das Sultanat Oman noch immer ein recht gut gehütetes Geheimnis. 2012 wurde ihm zwar der Stempel „Top 10 Trendreiseziel“ vom Lonely Planet verpasst

London im Rollstuhl – Pleiten, Pech, Pannen und ein Happy End

  Dieser Bericht liegt mir besonders am Herzen und macht mich ausnehmend stolz. Nicht auf mich, von mir stammen diese Zeilen nicht, sondern auf meine fünfzehnjährige Nichte, eine coole Socke, die diesen Text verfasst hat. Und ihre Eltern, diese Kämpfer, diese Bollwerke, die ihr, aller Widrigkeiten zum Trotz, eine Herzenswunschreise nach London ermöglicht haben. Evelyne ist ein normaler Teenager mit typischen Teenager-Interessen. Nur die überproportional ausgeprägte Reiselust im Familiengenpool hat sich offensichtlich auch auf sie übertragen. Sie will die Welt

Von Schotten und Bayern

Zwei auffällige Ereignisse tragen sich im ansonsten routinierten Reiseverlauf zu, als ich zum ersten Mal meinen Fuß in Inverness auf schottischen Boden setzte: Erstens mein Koffer bleibt unauffindbar – das kommt weltweit vor und ist als nicht landestypisch zu werten – zweitens, keine zehn Minuten vergehen, bis ich dem ersten Schotten im klassischen Kilt begegne. Tradition hin, Tradition her. Das passiert außerhalb Edinburghs Touristenmeile nicht alle Tage.  Schottland unterscheidet sich diesbezüglich nicht von Bayern. Dort, respektive hier, läuft auch nicht

Dubai mit Kind – zwei Perspektiven, ein Konsens.

Bisweilen muss man sich bietende Gelegenheiten beim Schopf packen. Gesagt, getan. Das Reisebloggerkind für einen Tag von der Schule befreien lassen und flugs in die Vereinigten Emirate gejettet mit dem Ziel, mir letztlich selbst ein Bild vom diesem „Übermorgen Land“ zu machen. Das Land, zu dem jeder eine vorgefertigte Meinung zu haben scheint, ob schon da gewesen oder nicht. Einen Auftrag habe ich auch im Gepäck: Dubai als Familienreiseziel unter die Lupe zu nehmen. Emirates bringt uns im A380 in

Uruguay und die Entdeckung der Langsamkeit

Dem Barmann bei seiner Arbeit zuzusehen hat erkennbar meditative Wirkung. Folglich kommt auch keine Ungeduld auf, obschon wir seit geschlagenen 15 Minuten auf unsere Mojitos warten. Wir sind die einzigen Gäste wohlgemerkt. Wir wundern uns auch nicht weiter, als der Barkeeper fröhlich pfeifend verschwindet, um Minuten später breit grinsend mit frischer Minze von Irgendwo zurückzukehren. Nach einer halben Stunde halten wir dann auch unsere Drinks in den Händen. Lecker! Die Abendsonne taucht die Bar in ein schläfrig warmes Licht und

Casa Zinc Uruguay – Wo Gewöhnliches ungewöhnlich ist

Aaron Hojman ist mit Herz und Seele Antiquitätenhändler. Neues sucht man in seiner Posada vergeblich. Dafür zieren liebevoll ausgewählte Antiquitäten, recycelte Materialien und Vintage Stücke die Innenausstattung der Casa Zinc. Das muss man mögen – ein Stil, der in keine Schublade passt und ungezwungen variiert. Hier ein bisschen Bohemien, da Backstein, Industrie-Chic und Architektureinflüsse aus den 50er Jahren. Dafür ein einzigartiges Flair, zugegeben auf Kosten allzu luxuriöser Annehmlichkeiten. Wellblechverkleidet steht die Casa Zinc am Ortsrand von La Barra, einer alten

Cabo Polonio Uruguay – Das muss Freiheit sein

Ich liege faul in der Hängematte und zähle Finger. Kommen Mann und Kind herbei. „Liegst du schon wieder in der Hängematte?“, fragt der Mann. „Keineswegs“, sage ich und schnipse ein Fussel von meinem Shirt (immer noch). „Du bist noch nicht einmal aus deinem Schlafanzug raus“, sagt mein Mann. „Ist es dir aufgefallen, dass es manchen Leuten ein Bedürfnis zu sein scheint, das Offensichtliche auch noch in Worte zu fassen?“, frage ich. „Ich wollte dich fragen …“, fängt der Mann an.

Marokko: Ein Roadtrip mit Kind oder wie ich Bart Simpson traf.

Mein Weltbild wurde brüsk zerstört. Die Tochter zieht ihn an der Hand hinter sich her und raunt mir zu. „Mama DU MUSST Bart Simpson kennenlernen“. Er kennt das Spiel, tritt mir wissend lächelnd gegenüber, reicht artig die Hand. Ich hingegen schaue perplex drein. Bart ist eine Sie(!) – ein charismatisches Persönchen, zieht gerne ein paar Zigaretten durch – hat mir glaubhaft versichert, daher stammt die Stimme nicht – und ist Mutter zweier bezaubernder Räuberkinder. Genau jene haben sich am Pool

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