Category Archives: FERNE JUWELEN

Portugal, Algarve: fünf Minuten Fernweh und die Folgen.

Dieses Gefühl ist so unkalkulierbar wie ein Seebeben, so unberechenbar wie die Wurzel aus zwei. Unterschwellig ist es immer da, häufig bricht es aus dem Nichts hervor und ich werde von dieser Sehnsucht gepackt. Es weist nichts Spezielles im Vorfeld darauf hin, dass dieser Moment kommen wird. Oft ist es nur ein Windhauch, der den Duft einer Erinnerung heranträgt. Oder das Zwitschern eines Vogels, das mein Ohr streift. Bisweilen ist es einfach der Anblick des traurigen Olivenbaums auf meiner Terrasse,

Gebrauchsanweisung für Hongkong Edition 04-2017

Herzlichen Glückwunsch, Sie haben Hongkong 04/2017 erworben oder zeigen tiefer gehendes Interesse an der neusten Ausgabe von Hongkong  – ein Stück Verrücktheit und Einzigartigkeit. Ein pulsierendes, sich ständig veränderndes Produkt, dessen Faszination man sich kaum entziehen kann und dessen Komplexität sich Beschreibungsversuchen entzieht. Hong Kong birgt die gesamte Welt gebündelt in sich. Auf engsten Raum. Es ist intensiv und steckt voll unendlicher Möglichkeiten, die es zu entdecken gilt. Vielen Dank, dass Sie sich für Hong Kong 2017 entschieden haben. Wir

Ötztal Sölden – Fünf-Stufenplan für glückliche Sommerurlauber oder, wie man Bayern an der Nase herumführt.

Söldens Tourismusminister lacht sich ins Fäustchen. Einen perfiden Plan hat er en détail ausgearbeitet. Kein Piefke wird Verdacht schöpfen. Die Engländer, die neuerdings ins Tal strömen, sind generell leicht mit Alpenromantik zu betören. Die Holländer, diese Kaasköpf, kommen ohnehin und jauchzen schon beim Anblick eines Maulwurfshügels. Aber diese überkritischen bayerischen Nachbarn, diese Ourtdoorfreaks, die nun auch in den Sommermonaten anrollen, was macht man mit denen? Das wird zugegebenermaßen schwieriger. Berge kennen sie, wandern tun sie, biken tun sie, urige Hüttenromantik

Islandrundreise im Mietwagen – Sicher fahren im Land der Legenden und Naturwunder

Die Inuit kennen die meisten Wörter für Schnee. Die Isländer stehen dem gewiss nicht nach. Mit wenigstens drei Schneearten durften wir bislang am heutigen Wintertag schon Bekanntschaft machen: Nassschnee, Schneegraupel und Schneeschauer mit Wind untermalt. Fräulein Eva hat kein untrügliches Gespür für Schnee, was uns dessen ungeachtet bevorsteht, ist eindeutig ein gewaltiger Schneesturm. Die Zeichen weiß selbst ich zu deuten. Bedrohlich bauen sich Wolkenberge am Horizont auf. Dämmrig ist es bereits, doch jetzt wird es zappenduster. Ein paar friedliche Flöckchen

Zypern – Als Schutzgöttin dem Meer entgegen

Auf den Schock genehmige ich mir am Strand von Polis ein Schokoriegel-Engergy-Drink-Menü. Wer mich kennt, weiß das sind meine Laster und Belohnungsmechanismen. In dieser Situation macht Letzterer meine Knie jedoch nur noch wackliger. Ich bräuchte vermutlich Hochprozentiges. Unter diesen Umständen tun es aber auch die entspannten Reggae Rhythmen, die aus der Beach Bar zu mir herüberwehen. Eine Schutzgöttin zu sein ist wahrlich kein Kinderspiel. Augen auf bei der Berufswahl! Mein unfreiwilliges Schnupperpraktikum von heute Morgen wühlt mich noch lange auf

Oman – Mit dem Allradwagen durch ein modernes Märchenland

Großartig! Du bist aus Interesse am Oman hier gelandet und weißt vermutlich das Land geographisch einzuordnen? Dann hast Du einem Großteil der Deutschen etwas voraus oder gehörst sogar zu einer recht illustren Runde, die eine genauere Vorstellung von diesem überraschenden und vielfältigen arabischen Land haben. Obwohl längst in der Moderne angekommen und dem Tourismus gegenüber aufgeschlossen, ist das Sultanat Oman noch immer ein recht gut gehütetes Geheimnis. 2012 wurde ihm zwar der Stempel „Top 10 Trendreiseziel“ vom Lonely Planet verpasst

Von Schotten und Bayern

Zwei auffällige Ereignisse tragen sich im ansonsten routinierten Reiseverlauf zu, als ich zum ersten Mal meinen Fuß in Inverness auf schottischen Boden setzte: Erstens mein Koffer bleibt unauffindbar – das kommt weltweit vor und ist als nicht landestypisch zu werten – zweitens, keine zehn Minuten vergehen, bis ich dem ersten Schotten im klassischen Kilt begegne. Tradition hin, Tradition her. Das passiert außerhalb Edinburghs Touristenmeile nicht alle Tage.  Schottland unterscheidet sich diesbezüglich nicht von Bayern. Dort, respektive hier, läuft auch nicht

Uruguay und die Entdeckung der Langsamkeit

Dem Barmann bei seiner Arbeit zuzusehen hat erkennbar meditative Wirkung. Folglich kommt auch keine Ungeduld auf, obschon wir seit geschlagenen 15 Minuten auf unsere Mojitos warten. Wir sind die einzigen Gäste wohlgemerkt. Wir wundern uns auch nicht weiter, als der Barkeeper fröhlich pfeifend verschwindet, um Minuten später breit grinsend mit frischer Minze von Irgendwo zurückzukehren. Nach einer halben Stunde halten wir dann auch unsere Drinks in den Händen. Lecker! Die Abendsonne taucht die Bar in ein schläfrig warmes Licht und

Cabo Polonio Uruguay – Das muss Freiheit sein

Ich liege faul in der Hängematte und zähle Finger. Kommen Mann und Kind herbei. „Liegst du schon wieder in der Hängematte?“, fragt der Mann. „Keineswegs“, sage ich und schnipse ein Fussel von meinem Shirt (immer noch). „Du bist noch nicht einmal aus deinem Schlafanzug raus“, sagt mein Mann. „Ist es dir aufgefallen, dass es manchen Leuten ein Bedürfnis zu sein scheint, das Offensichtliche auch noch in Worte zu fassen?“, frage ich. „Ich wollte dich fragen …“, fängt der Mann an.

Marokko: Ein Roadtrip mit Kind oder wie ich Bart Simpson traf.

Mein Weltbild wurde brüsk zerstört. Die Tochter zieht ihn an der Hand hinter sich her und raunt mir zu. „Mama DU MUSST Bart Simpson kennenlernen“. Er kennt das Spiel, tritt mir wissend lächelnd gegenüber, reicht artig die Hand. Ich hingegen schaue perplex drein. Bart ist eine Sie(!) – ein charismatisches Persönchen, zieht gerne ein paar Zigaretten durch – hat mir glaubhaft versichert, daher stammt die Stimme nicht – und ist Mutter zweier bezaubernder Räuberkinder. Genau jene haben sich am Pool

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