Schweigerlehen Stuhlfelden – Unter dem strengen Regiment der Theresia Bacher.

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„Geh bitteee, jetzt hab dich nicht so und nimm noch eine Portion!“

Wir sind in Theresia Bachers Rauchkuchl gelandet und versuchen uns (übrigens erfolglos) gegen ihren charmanten Schmäh zur Wehr zu setzen. Wir können nicht mehr, wir platzen schier. Doch Theresia Bacher lässt nicht locker und balanciert jedem noch ein Salzburger Nockerl auf den Teller – die Krönung eines ganz besonderen 5-Gänge Menüs und eines unvergesslichen Sommerwochenendes.

Freunde verbringen eine Urlaubswoche in dem 500 Jahre alten Pinzgauer Bauernhaus „Schweigerlehen“ im Ortskern von Stuhlfelden – einem kleinen Dorf zwischen den Hohen Tauern und den Kitzbühler Alpen. Wir haben spontan entschlossen, dass wir das Wochenende dazu stoßen möchten. Zum Glück hat Theresia Bacher noch ein urgemütliches  Kammerl unterm Dach für uns. Die Treppe führt steil nach oben, die Balken knarzen und wer über 1,60m ist, muss mit Beulen rechnen oder rechtzeitig den Kopf einziehen. Und doch schlafen wir königlich in karierter Bettwäsche, auf Naturkautschuk Matratzen in charmanten antiken Betten, die bestimmt viel zu erzählen hätten, wenn sie denn könnten. Wie übrigens das gesamte Haus, denn über fünf Jahrhunderte haben Mauern und Gebälk bereits auf dem Buckel. Es ist, wie wir erfahren, das Elternhaus von Theresia Bachers Mutter. Historisch ist es, wunderschön und strotz nur so vor Charme! Alte Holzdielen, antike Bauernschränke, Butterfässer, Spitzendeckchen,  Hirschgeweihe, Jagdtrophäen und viele Fotos, die die Geschichte des Hauses und ihrer Bewohner erzählen, prägen das Ambiente. Jede Ecke des Hauses, jeder Tisch und jede Truhe schmückt Theresia Bacher liebevoll mit frischen Blumen, Herzen und Tonkrügen. Sie dekoriert mit Leidenschaft je nach Jahreszeit mit den Schätzen aus dem heimischen Garten, mit Blüten und Zweigen, Eingewecktem, Kerzen und allerlei Kräutern.

Die folgende Nacht müssen wir, zur Freude unserer Tochter, im „Hühnerstall“ verbringen.  Als dieser sich jedoch als zauberhaftes Gartenhäuschen entpuppt, das vor langer Zeit mal ein Hühnerstall war,  ist die Enttäuschung groß. Nur das gewagte Dreier-Stockbett, in dem sie ganz oben schlafen  darf, und die Hexenhäuschen-Anmutung bringen die Stimmung wieder ins Lot. Dass eines der jungen Kätzchen bei uns im Bett nächtigt und obendrein Theresia Bachers Nachspeisenvöllerei krönt letztendlich dann auch den Tag der Kleinsten.

In ihrer Rauchkuchl kocht Theresia „Resi“ Bacher für uns wie im Mittelalter über dem offenen Feuer mit Kupferkessel und gusseiserner Pfanne, vornehmlich mit Produkten aus dem eigenen Garten und der Region. Sobald sich 20 oder mehr Personen anmelden, werden in der Rauchkuchl mehrgängige Menüs aus der Pfanne gezaubert. Heute dürfen auch wir dem Spektakel beiwohnen. Zudem hat sich ein Winzer angemeldet, der uns mit heimischen Weinen verkostet.

Wir sitzen an den rustikalen Tischen in der urigen Rauchkuchl, von wo aus wir das Geschehen live beobachten können. Theresia Bacher führt hier zwar ein strenges Regiment, unterhält uns aber köstlich mit Anekdoten aus ihrem bewegten Leben und ebenso zuvorkommend werden wir bewirtet – nur Wiederspruch duldet sie nicht. Wer den Nachschlag ablehnt wird großzügig überhört. Auf unsere Bitte für uns vegetarisch zu kochen ist sie jedoch bereitwillig eingegangen und hat uns ein so schmackhaftes Menü kredenzt, dass selbst der fleisch-gierigste bei uns kosten wollte.

Geschafft von Wein und Bergluft kugeln wir ins Bett und träumen von Resis Aprikosenknödeln, die sie uns zum Frühstück versprochen hat. Und in der Tat erwartet uns an kommenden morgen ein bezaubernd gedeckter Frühstückstisch auf dem sonnigen Balkon, eine bestens gelaunte Wirtin mit einem kessen Spruch auf den Lippen, Käse von der Alm und frischem Brot aus der örtlichen Bäckerei, die ihr Mann führt. Nur wir „Vegantarier“ dürfen die Eierspeise ablehnen aber bei den üppigen Knödeln mit Aprikosen und Zimtzucker  bleibt sie unnachgiebig – Veto ausgeschlossen! Doch diese Sünde war es wert.

Träge von Hitze und zu vollen Bäuchen verbringen wir den Tag am klaren Gebirgssee, bis das Spiel von neuem losgeht. Nein, bei Theresie Bacher muss niemand Hunger leiden. Bei ihr ergibt sich auch der standhafteste Kalorienzähler ohne Wiederspruch.

Glücklich und zufrieden machen wir uns am Sonntag auf den Nachhauseweg und meiden die Waage in den kommenden Tagen wie die Pest.

 

Theresia Bacher
Schwaigerlehen, Nr. 14
5724 Stuhlfelden
Österreich

Telefon: +43 (0) 65 62 51 18
www.schwaigerlehen.at

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Schweigerlehen Stuhlfelden Bauernhaus

Schweigerlehen Stuhlfelden Bauernhaus

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Fotos: Schweigerlehen und Privateiegntum

 

 

3 comments

  • wir freuen uns schon riesig auf das Wiedersehen und den Besuch.
    Marita und Helmut

  • Familie Storck

    Wir denken sehr gerne an die schöne Zeit zurück.
    Anfang März war ich für eine Woche mit meiner Familie zu Gast bei Theresia. Mein Mann war mit unseren Jungs täglich Ski fahren, während mich leider eine schwere Erkältung daran hinderte. Doch so kam ich in den Genuss eines rundum-sorglos-verwöhn – und ich mach dich gesund Paketes von Theresia. Wahnsinnig
    liebevoll und professionell verwöhnte sie mich mit Kräuterbädern,super leckeren Suppen, Gesundheitstees und Kuchen und Gebäck aus der eigenen Backstube. Täglich kamen wir in den Genuss eines sehr reichhaltigen und unfassbar leckeren Frühstücks. Zweimal genossen wir das Ambiente ihrer Rauchkuchl. Abschließend können wir sie nur weiter empfehlen. Theresia Bacher ist eine sehr herzliche und professionelle Gastgeberin. Sie führt das Kommando von ihrer Schaltzentrale aus, umgeben von den Gästezimmern und mit tatkräftiger Unterstützung durch ihre ebenfalls sehr netten und motivierten Mitarbeiter und Familienangehörige. Insgesamt ein gelungener Aufenthalt und für jeden, der gute Küche zu schätzen weiß.
    Wir würden es wieder tun und sagen noch einmal herzlich danke.

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