Wenn der Berg ruft – zwei perfekte Skigebiete in Österreich für Freerider und die Pistengaudi

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Nein, auf Skiern bin ich nicht groß geworden, aber schon früh darauf gestanden.

Mit fünf haben meine Eltern mich noch unter Protest in den ersten Kurs gesteckt und mit 15 dann in den Buckelpisten- und Tiefschneekurs bei Freestyle Legende Fuzzy Garhamer.

Richtig Spaß am Skifahren habe ich dann aber erst als junge Erwachsene bekommen. Ich bin in eine Clique mit Skiverrückten geraten und wir sind jede freie Minute auf den Berg.

Um dem besten Schnee hinterherzujagen, habe ich mich dafür auch schon mal um fünf Uhr morgens aus dem Bett gequält oder bin direkt aus dem Club auf die Piste gestolpert.

Mittlerweile geht es gemächlicher zu und die Protestaktion wiederholt sich bei meiner Tochter. Gnade kenne ich keine, da muss sie durch, so wie ich das musste. Der Spaß kommt schon noch von alleine, es sei denn, der Klimawandel macht uns vorher einen Strich durch die Rechnung.

Wenn sich die Gelegenheit bietet, fahren wir abseits der Pisten oder bevorzugen ein gemäßigtes Freeriden. Will heißen, das Risiko minimieren wir so weit als möglich durch die entsrechende Freeride Sicherheitsausrüstung, Sicherheitsmaßnahmen und bevorzugen ausgewiesene und kontrollierte Freeride-Gebiete oder Routen. Ja, Mama ich weiß, sicher ist man trotzdem nie, aber auch so kann es einen jederzeit treffen ….

Blick-vom-Gjaid-Alm

collage-Krppenstein

Krippenstein-Freeride-Arena Krippenstein-Hai

Krippenstein-Fernsicht

Freeriden in Krippenstein

Im letzten Jahr habe ich einen kleinen Juwel ausgebuddelt und das Skigebiet Dachstein Krippenstein entdeckt. Die Freesports Arena (wie sie sich passenderweise nennt) hat sich ganz schnell einen Spitzenplatz auf der Liste meiner liebsten Skigebiete erobert. Krippenstein ist eher Insidern bekannt und noch ein Geheimtipp selbst unter Freeridern und Tourengeher.

Pistenfahrer, die das Anfängerstadium hinter sich gelassen haben, werden sich dort sowieso schnell gähnend langweilen. Die Auswahl an präparierten, anspruchsvollen Pisten ist einfach zu klein. Mal abgesehen von der spaßigen, zum Heizen einladenden 11 Kilometer langen Talabfahrt – die längste Oberösterreichs.

Alle anderen Winter-Outdoor-Freaks kommen aber voll auf ihre Kosten. Ich gebe es hier mal in blumigen Katalogworten wieder: dreißig Kilometer feinste Off-Piste Varianten, die Schneesicherheit des Dachstein Gebietes, ein riesiges hochalpines Areal zum Austoben und gespurte und beschilderte Schneeschuhtrails für die „Unlusttage“ oder zur Abwechslung. Vier markierte und gespurte Schneeschuhtrails führen zu den schönsten und atemberaubendsten Aussichtspunkten im Salzkammergut.

Wir mieten uns in der einfachen aber sympathischen Gjaid Alm ein, lassen uns vom nepalesischen Koch Leckereien zaubern und verbringen Tage der Freiheit.

Voraussetzungen zum Genießen sind allerdings, dass es genügend Schnee hat, man in Kauf nimmt, auch mal ein paar Höhenmeter aufzusteigen und mit der Einfachheit einer Hütte klarkommt, wenn man auf dem Berg wohnen will. Mehr Komfort gibt es in den Tälern oder im schönen Hallstadt.

Und dann sind da noch die heimtückischen Löcher (Dolinen). Bitte unbedingt Vorsicht walten lassen!

 

Skifahren-Leogang

Saalbach-Hinterglemm-Kollage

Pistengaudi im Home of Lässig

Wenn der Berg ruft und wir mal richtig heizen und uns austoben wollen, zieht es uns auch gerne nach Saalbach-Hinterglemm ins Salzburger Land. Die Region gehört ebenfalls zu meinen bevorzugten Skigebieten in Österreich und nennt sich nicht umsonst „Home of Lässig“. Die Auswahl an lässigen Unterkünften und charmanten Skihütten ist dicht. Man denke da zum Beispiel an das Mama Thresl, in dem ich im vergangenen Jahr genächtigt habe …

Wenn es um Aprés-Ski geht, kann Saalbach locker mit St. Anton und Ischgl mithalten. Mitten im Dorf steppt der Bär, wenn mich das auch nicht mehr brennend interessiert. Trotzdem, es rührt sich was und es ist nett, durch die Gassen zu bummeln und auf einen gepflegten Drink einzukehren.

Das wahre Home of Lässig, das Hotel Wiesergut, mein Tipp, wenn das Portemonnaie mal lockerer sitzen sollte, steht jedoch in Hinterglemm, einen Ort weiter, aber Teil des riesigen Skiverbundes Saalbach-Hinterglemm-Leogang und seit neustem auch Fieberbrunn.

Die Region hat sich somit auf den Thron gehievt und darf sich Österreichs größtes zusammenhängendes Skigebiet nennen.

 

Wiesergut Hinterglemm-View

Wiesergut Hinterglemm-Zwölfer-Gondel

Saalbach-Hinterglemm-Skigebiet

Wiesergut Hinterglemm-Adventskranz

Hotel-Wiesergut-Home-of-Lässig

Das dritte Adventwochenende haben wir genutzt, um in Saalbach-Hinterglemm in die Skisaison zu starten und um uns auf ein winterliches Weihnachten einzustimmen. Gilt es doch als eine der schneesichersten Regionen. Nach dem Motto, wenn der Schnee schon nicht zu uns kommt, dann wir eben zu ihm.

Nun ja, was soll ich sagen, der Schuss ging nach hinten los. Frau Holle hat sich bisher nur ganz kurz blicken lassen und verweigert die Dienste. Dafür müssen nun die Schneekanonen Nachtschichten schieben, damit die Weihnachtsgäste auf ihre Kosten kommen.

Wir haben uns zwar auf die Brettl gestellt, es ging auch erstaunlich gut, aber es hat sich ganz falsch angefühlt. Bei mir mag kein richtiges Skivergnügen aufkommen, wenn links und rechts der Piste die grüne Wiese dominiert. Erzwingen muss ich es dann auch der Umwelt zuliebe nicht.

Ich komme einfach wieder, wenn Frau Holle gnädig gestimmt ist, und gebe mir dann mit besserem gewissen die 270 Kilometer Pistengaudi oder pflüge abseits der Pisten durch den Tiefschnee.

 

Best-Of Ski Circus Saalbach-Hinterglemm

Schönste Abfahrt: Zwölfer Nordbahn oder Schattberg Abfahrt, Leogang Talabfahrt

Schönste Hütte/Berg Gaststätte: Alte Schmiede und Asitz Bräu in Leogang

Stylisch wohnen: Hotel Wiesergut Hinterglemm, Hotel Mama Thresl in Leogang, Forsthofalm in Leogang, Kirchenwirt in Leogang

Aprés Ski: Eva Alm in Saalbach – muss ja als Namensgeberin auch so sein.

Noch am Rande bemerkt: Der Skicircus Saalbach Hinterglemm ist auch von Deutschland kommend vignettenfrei zu erreichen (Autobahn A 8 Richtung Salzburg, Ausfahrt Siegsdorf Richtung Inzell und Lofer) Bei den diesjährigen stolzen Skipaß-Preisen von 51€ ist das dann aber auch schon egal und die paar Euro für die Vignette vernachlässigbar.

 

In diesem Sinne Ski heil! Fahrt ihr Ski? Dann verratet mir doch Euren Geheimtipp.

 

 

Bilder: ©HIDDEN GEM, Eva Grossert

 

Disclaimer: Dieser Artikel ist mit freundlicher Unterstützung von Bergzeit entstanden. Darüber freu ich mich, denn an diesem Laden komme ich nicht vorbei, wenn es an den Tegernsee geht und irgendwann nage ich wegen denen sowieso nochmal am Hungertuch 😉

 

 

 

 

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